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Kinderwunsch und Schwangerschaft bei RLS

Schwangerschaft ist ein Risikofaktor für das Auftreten des Restless Legs Syndroms. Circa ein Drittel der Schwangeren leidet insbesondere in den letzten drei Monaten vor der Entbindung erheblich unter unruhigen Beinen. Bei vielen Frauen treten RLS-Beschwerden erstmals in der Schwangerschaft auf. Frauen, die bereits vorher RLS-Beschwerden hatten, bemerken in der Schwangerschaft oft eine Verstärkung der Symptome. Die meisten Schwangeren ­spüren nur milde Symptome: Ihre Beine kribbeln und ziehen leicht, selten sind auch die Arme betroffen.

Viele Frauen leiden aufgrund der RLS-Beschwerden jedoch unter erheblichen Ein- und Durchschlafstörungen, was zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität und einer Erhöhung körperlicher Stressreaktionen führen kann. Nach der Geburt kommt es in der Regel zu einer deutlichen Besserung oder zum vollständigen Verschwinden der Symptome.

Haben Frauen in der ersten Schwangerschaft RLS-Symptome, so liegt das Wiederholungsrisiko für die nächste Schwangerschaft bei bis zu 60 Prozent. Wurde die erste Schwangerschaft hingegen nicht durch das Auftreten eines RLS beeinträchtigt, dann ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass es bei der nächsten Schwangerschaft zu einem RLS kommt. Das RLS-Risiko liegt dann lediglich bei wenigen Prozent. Vorübergehende RLS-Beschwerden während der Schwangerschaft bedeuten jedoch ein deutlich erhöhtes Risiko, in den folgenden Jahren an einem anhaltenden RLS zu erkranken.

Es ist beruhigend zu wissen, dass sich RLS-Beschwerden nicht auf das ungeborene Kind auswirken und dessen normale Entwicklung beeinflussen.

Ursachen für RLS in der Schwangerschaft

Warum es während der Schwangerschaft gehäuft zu RLS-Beschwerden kommt, ist unklar. Frauen erkranken insgesamt häufiger an RLS. Es wird vermutet, dass die hormonellen Umstellungen während der Schwangerschaft und ein Eisenmangel für das erhöhte RLS-Risiko bei Schwangeren verantwortlich sind. Eisenmangel betrifft normalerweise viele schwangere Frauen und kann RLS-Symptome auslösen oder verstärken. Dabei gilt: Je mehr der Eisenspiegel sinkt, umso stärker werden die Symptome. Da Eisenmangel in der Schwangerschaft aber nicht zwangsläufig die Entstehung von RLS zur Folge hat, besteht die Möglichkeit, dass RLS-betroffene Frauen bereits eine genetische Prädisposition (Veranlagung) für die Entwicklung von Restless Legs haben. Die Erkrankung kommt dann in der Folge erst durch die Einwirkung spezifischer Einflussfaktoren während der Schwangerschaft zum Ausbruch.

RLS-Medikamente in der Schwangerschaft

Grundsätzlich gilt, dass bei Einnahme eines Medikaments in der Schwangerschaft durch die enge Verknüpfung des mütterlichen und kindlichen Kreislaufs meist auch das Ungeborene den Medikamenten ausgesetzt ist. Je nach Schwangerschaftsphase können Medikamente die Gesundheit des Ungeborenen gefährden und beispielsweise zu Fehlbildungen oder zur Hemmung des kindlichen Wachstums führen. Auch können Wehen vorzeitig ausgelöst werden. Wenn irgend möglich, sollte daher auf eine medikamentöse Behandlung des RLS in der Schwangerschaft verzichtet werden. Medikamente, die zur Behandlung von RLS eingesetzt werden, gehen meist auch in die Muttermilch über und können sich negativ auf die Milchbildung auswirken. Daher wird auch beim Stillen bei Einnahme von RLS-Medikamenten zur Vorsicht geraten. In jedem Fall sollten sich Betroffene bereits bei Kinderwunsch und natürlich während und nach der Schwangerschaft von ihrem behandelnden Arzt und Gynäkologen beraten lassen.

RLS-Behandlung in der Schwangerschaft

Frauen leiden während der Schwangerschaft häufig unter Eisenmangel. Daher sollte bereits bei einem Kinderwunsch der Eisenspiegel durch Bestimmung des Ferritins im Blut überprüft und gegebenenfalls normalisiert werden. Entwickelt sich ein Eisenmangel im Laufe der Schwangerschaft, so kann dieser in Absprache mit dem Arzt durch die Einnahme von Eisentabletten ausgeglichen werden. Dadurch könnten Beschwerden gelindert werden oder sogar verschwinden. Die vorsorgliche Einnahme von Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft kann sich nach Ansicht einiger Experten ebenfalls positiv auf die RLS-Symptomatik auswirken. Folsäure gehört zum Vitamin-B-Komplex und ist beispielsweise wichtig für die Blutbildung. Folsäure kann bereits bei einem bestehenden Kinderwunsch eingenommen werden. Ist darüber hinausgehend eine medikamentöse Behandlung von Schwangeren mit RLS unausweichlich, empfiehlt sich eine enge Abstimmung zwischen Frauenarzt und Neurologe. Niemals sollten Medikamente ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden. Die Medikamentenauswahl muss individuell erfolgen.

Alternative Maßnahmen beim Restless-Legs-Syndrom in der Schwangerschaft

Als Alternative zu Medikamenten steht schwangeren RLS-Betroffenen eine Reihe von nicht medikamentösen Maßnahmen zur Verfügung, die für das Ungeborene unbedenklich sind. Diese sind beispielsweise:

  • kaltes Abduschen der Beine
  • Massieren der Waden
  • Auflegen von kalten, feuchten Handtüchern
  • gesunder Lebensstil
  • moderate Bewegung (leichtes Stretching oder Dehnübungen)

Auf Alkohol, Nikotin oder Koffein sollte in der Schwangerschaft – auch ohne RLS – generell verzichtet werden.

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