RLS gut behandeln UCB

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Was ist Augmentation?

Augmentation ist die wichtigste Komplikation, die bei einer Behandlung von RLS mit dopaminergen Medikamenten, vor allem mit L-Dopa, aber auch mit Dopaminagonisten, auftreten kann. Dabei kommt es trotz medikamentöser und zuvor gut wirksamer Behandlung zu einer Verschlechterung der Beschwerden. Typische RLS-Symptome treten dann nicht erst abends oder nachts auf, sondern bereits am Nachmittag oder Mittag. Außerdem machen sie sich nicht mehr nur in den Beinen bemerkbar, sondern auch in den Armen und weiteren Körperteilen.

Folgende Anzeichen können auf eine Augmentation hinweisen:

  • Zunahme der Beschwerden
  • früherer Beginn der Beschwerden im Tagesverlauf
  • schnelleres Einsetzen der Beschwerden in Ruhesituationen
  • Ausbreitung der Beschwerden auf andere Körperteile
  • kürzere Dauer der Symptomlinderung nach Einnahme der Medikation

 

Wie wird eine Augmentation ausgelöst?

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko für eine Augmentation erhöhen können. Wird L-Dopa über einen längeren Zeitraum hinweg in hohen Dosen eingenommen (>200 – 300mg), so ist die Wahrscheinlichkeit für eine Augmentation erhöht. Neben der L-Dopa-Dosis ist ein niedriger Eisenwert (Ferritinwert) als hinreichend gesicherter Risikofaktor für die Entwicklung der Augmentation anzusehen. Um die Entwicklung einer Augmentation also möglichst zu verhindern, ist es erforderlich, die Dosis des L-Dopa oder des verwendeten Dopaminagonisten so niedrig wie möglich zu halten und darauf zu achten, dass die Werte für den Eisenspeicher normal sind.

Wie erkennt man eine Augmentation und wie wird sie behandelt?

Für Patienten ist es oft schwierig, den ungefähren Zeitpunkt des Beginns der RLS-Beschwerden während des Tages zu bestimmen, da dieser von Tag zu Tag schwanken kann. Aber genau diese Zeitangaben sind wichtig, um zu klären, ob es sich bei einer Verschlechterung der Symptome um eine Augmentation handelt oder um andere Faktoren. Diese könnten zum Beispiel das Nachlassen der Wirksamkeit eines Medikaments oder das Fortschreiten der Erkrankung beinhalten. Erträgliche Schwankungen des Schweregrades der Symptome sind aber unter jeder Form der Therapie normal.

Ob es sich jedoch bei der Intensivierung der Beschwerden um Augmentation handelt, kann anhand der Max-Planck-Diagnosekriterien beurteilt werden. Diese Kriterien beinhalten folgende Punkte:

  • Die Beschwerden nehmen, im Vergleich zur Vorwoche, an 5 von 7 Tagen zu
  • Die Beschwerdezunahme wird nicht durch andere Faktoren hervorgerufen (wie veränderte Medikamenteneinnahme, Änderung des Lebensstils z. B. Schichtarbeit, etc.)
  • Zuvor gab es ein positives Ansprechen auf die dopaminerge Therapie
  • Zusätzlich werden folgende Faktoren berücksichtigen:

Entweder der Schweregrad der RLS-Symptome: 

- Nimmt einige Zeit nach Dosiserhöhung zu

- Verbessert sich nach Dosisreduktion

Oder die Symptome setzen früher ein, entweder um mindestens 4 Stunden oder 2 – 4 Stunden    zusammen mit:

- einem früherem Einsetzen der Symptome in Ruhe

- einer Ausbreitung der Symptome auf andere Körperregionen

- einer stärkeren Symptomintensität

- einer kürzeren Dauer in der Behandlungswirksamkeit

Ob eine Augmentation behandelt wird, hängt von ihrem Schweregrad ab. Bei geringfügiger Verschlechterung genügt eine Beobachtung des weiteren Verlaufs, ohne dass eine Änderung der Therapie erforderlich ist. Werden die Beschwerden jedoch so stark, dass das tägliche Leben belastet wird, so wird empfohlen, in Absprache mit dem behandelnden Arzt, die Therapie umzustellen.

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